Historische Entwicklung des Dorfes

 

  • urkundliche Ersterwähnung 13. November 1376
  • ursprüngliche Besiedlung des Dorfes bereits in der Jungsteinzeit (4500 bis 2000 v. Chr.)
  • belegt wurde dies durch Steinbeil- und Pfeilspitzfunde und Funde aus der Bronzezeit
  • dörfliche Siedlung aus der Zeit um 300 v Chr. auf dem "Hilgenbarg" nördlich der Gemeinde gefunden
  • Siedlung "Helmshoop" auf einer Fläche zwischen Besitz und Blücher existierte etwa 100 Jahre und war vermutlich die Folgesiedlung der Bewohner des "Hilgenbarg"
  • Urnenfeld auf dem "Schaulbarg" dokumentiert, neben den beiden Siedlungsplätzen, die Anwesenheit von Menschen in der Eisenzeit
  • um 600 n. Chr. begann die Besiedlung auf der "Körchow", dem "Schaulbarg" und im "Helmshoop" erneut
  • Burganlage "Nedderborg" entstand, von der ein bis heute erhalten gebliebener Flurname kündet
  • die Niederungsburg befand sich inmitten eines Sumpfgebietes zwischen der Sude und dem Burgsee
  • durch zwangsweise Christianisierung um 1160 wurden die Wenden von den besten Siedlungsplätzen vertrieben
  • Kultur, Sitten und Gebräuche ließen sich jedoch nicht so leicht ausrotten
  • Orts-, Flur- und Familiennamen künden noch heute vom slawischen Ursprung der Vorfahren
  • Bezeichnungen, die auf -itz oder -ow enden, sind slawisch
  • "Kurow" und "Körchow" als Flurnamen und "Besitz" als Ortsname dokumentieren die Wurzeln

 

  • aus dem Mittelalter stammt die erste urkundliche Erwähnung
  • um 1500 hatte Besitz etwa 17 Hufen und 8 Katen, darunter einen Krug und eine Schmiede
  • 1496 hatte das Dorf 115 Einwohner
  • im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurde die Bevölkerung Mecklenburgs auf etwa 20% deziemiert
  • viele Höfe waren ohne Bewirtschaftung und lagen "wüst"
  • ab 1753 setzte die Regierung der zunehmenden Bauernflucht ein Programm der Ansiedlung von Bauern auf wüsten Höfen und von Landarbeitern auf kleinen Erbpachtstellen entgegen
  • um 1846 erfolgte die "Häusleransetzung"
  • Häuslereien waren kleine Handwerker (Tischler, Stellmacher, Schuster), die auf einigen Morgen Pachtland (4 Morgen = 1 ha) nebenbei Landwirtschaft betrieben
  • Auswanderungswelle der besitzlosen Landbevölkerung nach Amerika machte auch vor Besitz nicht halt
  • von 1867 bis 1872 wanderten mindestens 25 Einwohner aus
  • im ersten Weltkrieg hatte die Gemeinde 16 Gefallene zu beklagen
  • am Ende des zweiten Weltkrieges hatten 40 Besitzer ihr Leben verloren
  • besondere Bedeutung für die Menschen in der Region hatte von jeher das Hochwasser
  • um das Wasser vom Dorf fernzuhalten, erfolgte bereits um 1830 die erste Regulierung der Sude
  • die Krainke wurde 1860 verlegt, um die Hochwassergefahren für das Dorf zu mindern
  • die zweite Umlegung der Krainke erfolgte im Zusammenhang mit dem Bau neuer Deiche und Schöpfwerke 1960
  • die ältesten Berichte über Hochwasser finden wir in den Aufzeichnungen der Kirchengemeinde
  • 1764 ist vermerkt, dass der halbe Blüchersche Friedhof fortgespült wurde
  • 1773 klagte der Dorfschullehrer von Besitz, dass die Bauern seine Besoldung schuldig blieben, weil ein Hochwasser die Gegend furchtbar verwüstet hatte und dabei im Nachbarort Blücher 9 Menschen ertrunken seien
  • in der Nacht vom 27. auf den 28. März 1888 starben weitere 9 Einwohner von Blücher in eisigen Fluten
  • große Wasserkatastrophen mit Deichbrüchen gab 1900, 1914, 1920, 1926, 1939, 1941 gleich zwei Mal und 1947